Eine Komponente in der dualen Berufsausbildung in Deutschland ist die Berufsschule. Neben Themen und Inhalten der Allgemeinbildung wird auch die fachliche Bildung des jeweiligen Ausbildungsberufes vermittelt. Gerade für die Rechtsanwaltsfachangestellten ist die schulische Ausbildung komplex und umfangreich. Viele Bereiche des Rechts fließen in den Unterricht ein.

Die Berufsschule für Rechtsanwaltsfachangestellte

In der Regel gelten für alle Berufsschulen, dass acht bis zwölf Unterrichtsstunden pro Woche stattfinden. Das bedeutet dann zumeist Unterricht an ein bis zwei Tagen. Es ist aber auch möglich, dass der schulische Teil im sogenannten Blockunterricht abgehalten wird. Dies kann bis zu acht Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit findet jeden Tag Unterricht statt.

Für die kaufmännische Berufsschule muss der Rechtsanwaltsfachangestellte vom Ausbildungsbetrieb freigestellt werden.

Für die kaufmännische Berufsschule muss der Rechtsanwaltsfachangestellte vom Ausbildungsbetrieb freigestellt werden.

Der § 7 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) regelt dafür die Freistellung des Auszubildenden seitens des Ausbildungsbetriebs.

Der Ausbildende hat den Auszubildenden für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und an Prüfungen freizustellen. Das gleiche gilt, wenn Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte durchzuführen sind.

Wichtige Eckdaten für Rechtsanwaltsfachangestellte zur Berufsschule

Im Allgemeinen sind Recht, Wirtschafts- und Sozialkunde, Rechnungswesen, fachbezogene Informationsverarbeitung, das Zivilprozessrecht sowie die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Rechtsanwaltsgebührenordnung die Fächer in der Ausbildung eines Rechtsanwaltsfachangestellten.

Daneben gibt es noch allgemeine Fächer, die vermittelt werden wie Mathematik, Deutsch, Englisch sowie Sport.

Die Berufsschule für Rechtsanwaltsfachangestellte ist eine kaufmännische Berufsschule.

Wichtig!
Als Rechtsanwaltsfachangestellter bewerben Sie sich zunächst bei einer Kanzlei. Die Schule orientiert sich dann dabei am Betriebssitz.Wenn Sie sich nicht sicher sind, erkundigen Sie sich bei den zuständigen Rechtsanwaltskammern. Jeder Auszubildende ist für die Anmeldung in einer kaufmännischen Berufsschule selbst verantwortlich.

Die Anzahl der Schüler richtet sich an einer kaufmännischen Berufsschule danach, wie viele den Beruf wählen und wie groß das Einzugsgebiet der schule ist.
Die Lehrpläne für Berufsschulen variieren nicht nur zwischen den verschiedenen Ausbildungsberufen, sondern auch zwischen den Bundesländern.

Schule für Rechtsanwaltsfachangestellte nach der neuen Ordnung

Genauso wie die schriftliche und mündliche Abschlussprüfung gibt es auch auf dem Gebiet der Berufsschule für Rechtsanwaltsfachangestellte neue Regelungen, die in die Lehrpläne fließen sollen.

Der schulische Teil der Ausbildung  wird nach der neuen Ausbildungsordnung in themenübergreifenden Lernfeldern vermittelt.

Der schulische Teil der Ausbildung wird nach der neuen Ausbildungsordnung in themenübergreifenden Lernfeldern vermittelt.

Insbesondere seit August 2015 müssen sich bereits die Kanzleien, die Rechtsanwaltsfachangestellte ausbilden, mit den neuen Inhalten nach der Verordnung ReNoPatAusbV auseinandersetzen. Dabei spielen die folgenden Bereiche eine wichtige Rolle:

  • Mandanten- und Beteiligtenbetreuung
  • der elektronische Rechtsverkehr
  • Grundlagen der englischen Sprache
  • Wirtschaft und Europarecht

Nach dieser neuen Regelung passt sich auch der Berufsschulunterricht an. Der Unterricht, der nach Fächern aufgeteilt ist, soll aufgelöst werden. Er ersetzt sich durch themenübergreifende Lernfelder.

Das bedeutet ganz konkret, dass beispielsweise eine Akte vollständig vom Auszubildenden bearbeitet werden muss, inklusive aller Arbeitsschritte. Ein Themenkomplex wird vollständig abgehandelt.

Die neuen Lernfelder

Es gilt: Die Schule ergänzt die Ausbildungsinhalte der Wissensvermittlung in der Kanzlei beziehungsweise des Betriebs.

Im ersten Ausbildungsjahr gibt es bezüglich der berufsübergreifenden und berufsprofilgebenden Kenntnisse sowie Fertigkeiten, mit denen jeder Auszubildende in der Berufsschule für Rechtsanwaltsfachangestellte sich konfrontiert sieht.

  1. Den Beruf und den Ausbildungsbetrieb präsentieren.
  2. Verschiedene Arbeitsabläufe im Team organisieren.
  3. Schuldrechtliche Regelungen bei der Vorbereitung und Abwicklung von Verträgen anwenden.
  4. Ansprüche außergerichtlich geltend machen.

Im zweiten Ausbildungsjahr sieht dies wie folgt aus:

  • Unterschiedliche Aufgaben im Bereich Personal
  • Das Erfassen, die Kontrolle und die Bewertung von Geschäftsprozessen
  • Die Beurteilung von wirtschaftlichen Einflüssen auf betriebliche Entscheidungen
  • Sachrechtliche Regelungen bei der Auftragsbearbeitung
  • Aufgaben im gerichtlichen Mahnwesen
  • Zivilrechtliches Mandat im erstinstanzlichen verfahren

Das dritte Ausbildungsjahr an der Berufsschule für Rechtsanwaltsfachangestellte umfasst weitere Lernfelder:

  • Rechtsbehelfs- und Rechtsmittelverfahren
  • Vorgänge der Zwangsvollstreckung
  • Familien- und erbrechtliche Angelegenheiten
  • Bearbeitung besonderer Verfahren

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