Schon vor vielen Jahren setzten immer mehr Großunternehmen auf Einstellungstests bei der Auswahl ihrer Bewerber. Mittlerweile ist dies auch vermehrt in kleinen und mittelgroßen Unternehmen sowie für Studiengänge und Ausbildungen der Fall. Auch Rechtsanwaltsfachangestellte müssen häufig einen Einstellungstest für ihre Ausbildung absolvieren. Doch was ist das eigentlich? Wofür ist ein Eignungstest gut? Und was kommt auf Sie als Bewerber/in zu? Diese und mehr Fragen möchten wir für Sie jetzt klären.

Was ist ein Eignungstest?

Der Einstellungstest ist üblich vor einer Ausbildung für Rechtsanwaltsfachangestellte

Der Einstellungstest ist üblich vor einer Ausbildung für Rechtsanwaltsfachangestellte

Wenn Sie den Beruf der/s Rechtsanwaltsfachangestellten erlernen möchten, müssen Sie sich für eine duale Berufsausbildung bewerben. Diese können Sie in zahlreichen Kanzleien, aber auch bei manchen Großunternehmen, Versicherungen oder Versandhäusern absolvieren. Auf die Bewerbung folgt bestenfalls die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

Zuvor jedoch, manchmal auch hinterher, müssen Sie manchmal einen Eignungstest ablegen. Diesen Einstellungstest gibt es ebenso für kaufmännische Berufe oder ein duales Studium. Gemeinhin soll ein solcher Einstellungstest klären, ob und wie gut der Bewerber für den gewählten Beruf beziehungsweise die Ausbildungsstelle geeignet ist.

Hierbei sollen berufsspezifische Aufgaben gelöst werden. Deshalb schwanken die Aufgaben des Einstellungstests je nach gewählter Ausbildung und dem Ausbildungsbetrieb. Bei dem Eignungstest für Rechtsanwaltsfachangestellte handelt es sich meistens um einen spezifizierten kaufmännischen Einstellungstest.

Gibt es einen Einstellungstest für Rechtsanwaltsfachangestellte?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Einstellungstest ist für die Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte/r nicht gesetzlich vorgeschrieben. Jedem Betrieb steht selbst frei, ob und wie er seine Bewerber anhand eines Eignungstests auswählt.

Immer mehr Kanzleien und Unternehmen jedoch, entscheiden sich für den Einstellungstest als Auswahlinstrument. Er soll dem Personaler einen objektiven Überblick über die Fähigkeiten und das Wissen der unterschiedlichen Bewerber geben.

So sollen die unterschiedlichen Persönlichkeiten bestmöglich anhand objektiver Daten verglichen werden, sodass der optimale Bewerber für die Ausbildungsstelle ausgewählt werden kann. Gleichzeitig dient der Einstellungstest der Fairness und soll einer Diskriminierung entgegenwirken.

Wie wichtig ist der Einstellungstest für die Ausbildung?

Die Vorbereitung auf einen Einstellungstest ist wichtig

Die Vorbereitung auf einen Einstellungstest ist wichtig

Entscheidet sich ein Ausbildungsbetrieb für den Einsatz von Einstellungstests für Auszubildende, so ist dieser als drittes Standbein des Bewerbungsverfahrens zu verstehen. Er ist ebenso wichtig wie die Bewerbungsunterlagen und das Vorstellungsgespräch, darf in seiner Bedeutung also nicht unterschätzt werden.

Allerdings gibt es auch Kritiker, welche die Aussagekraft der Einstellungstests für Auszubildende infrage stellen. Durch die rein schriftliche Durchführung des Eignungstests für Rechtsanwaltsfachangestellte blieben demnach wichtige Kompetenzen unbeachtet, welche für den späteren Beruf allerdings von großer Bedeutung sind.

Hierzu gehören zum Beispiel ausgeprägte Sozialkompetenzen sowie eine emotionale Intelligenz. Manche Betriebe greifen deshalb zu sogenannten „Charaktertests“, welche jedoch nur wenig aussagekräftig sind. Experten empfehlen daher, im Eignungstest lediglich konkretes Wissen und Fähigkeiten abzufragen.

Alle weiteren gewünschten Kompetenzen müssen dann im persönlichen Vorstellungsgespräch geprüft werden. Ein Assessment Center, wie es als Eignungstest für kaufmännische Berufe in der Industrie üblich ist, gibt da schon umfassendere und verlässlichere Ergebnisse.

Bei all den Auswahlverfahren jedoch gilt: Sie stellen stets nur eine Momentaufnahme dar, manche Bewerber haben einen guten, andere einen schlechten Tag. Für Sie als Bewerber bedeutet das: Wenn Sie im Einstellungstest schlecht abschneiden, können Sie den Arbeitgeber immer noch im Vorstellungsgespräch von sich überzeugen oder Sie versuchen Ihr Glück an einem anderen Tag in einem anderen Ausbildungsbetrieb noch einmal.

Wie bereiten Sie sich am besten auf den Einstellungstest für die Ausbildung vor?

Sie sehen, Sie sollten sich von einem bevorstehenden Einstellungstest nicht allzu sehr verunsichern lassen. Nehmen Sie diesen aber auch nicht auf die leichte Schulter, sondern bereiten Sie sich angemessen auf den Eignungstest für Rechtsanwaltsfachangestellte vor.

Hierfür sollten Sie sich darüber informieren, welche Fragen in dem Einstellungstest üblich sind, welche Fähigkeiten Sie beherrschen müssen und worauf Ihr zukünftiger Arbeitgeber abzielt. Informationsquellen gibt es dafür ausreichend: Stöbern Sie einfach einmal im Internet in entsprechenden Foren.

Der Einstellungstest für Rechtsanwaltsfachangestellte kann auch im Internet auf entsprechenden Plattformen geübt werden

Der Einstellungstest für Rechtsanwaltsfachangestellte kann auch im Internet auf entsprechenden Plattformen geübt werden

Auf manchen Websites können Sie außerdem kostenlos an virtuellen Einstellungstests üben oder Sie kaufen sich ein entsprechendes Vorbereitungsbuch. Nehmen Sie sich außerdem einen Freund oder ein Familienmitglied zur Seite und üben Sie gemeinsam das Diktat.

Je besser Sie vorbereitet sind, desto weniger werden Sie nervös sein. Dies hilft, stressbedingte Leichtsinnsfehler zu vermeiden. Eine gute Vorbereitung auf den Eignungstest ist es auch einmal zu prüfen, welche Aufgaben Sie als Auszubildende/r in dem Betrieb hätten.

Sie müssten Protokolle schreiben und die Buchführung tätigen? Dann sollten Sie sich unbedingt auf ein Diktat, ein wenig Mathematik und Aufgaben zum logischen Denken vorbereiten. Informieren Sie sich also vorab so gut wie möglich über den Beruf als Rechtsanwaltsfachangestellte/r, den Betrieb, die ausgeschriebene Stelle und die Aufgaben als Auszubildende/r.

Welche Fragen gibt es bei einem Einstellungstest für Rechtsanwaltsfachangestellte?

Zur Vorbereitung auf Ihren Einstellungstest für die Ausbildung möchten wir Ihnen nun noch mögliche Fragen und Aufgaben zusammentragen. Bedenken Sie aber, dass die Einstellungstests von den Ausbildungsbetrieben selbst entworfen werden und sich daher stark unterscheiden können.

Viele Einstellungstests für Auszubildende als Rechtsanwaltsfachangestellte/r finden in Form eines schriftlichen Eignungstests mit einem anschließenden Diktat statt. Sie müssen in einer vorgegebenen Zeit Aufgaben lösen und Fragen beantworten. Viele Betriebe konzentrieren sich dabei auf die Themen: Allgemeinwissen, ausbildungsspezifisches Wissen, Sprache, logisches Denken, Mathematik, Konzentrationsvermögen und visuelles Denken.

Im Diktat sollen zudem Ihre Rechtschreibung und Grammatik geprüft werden. Das Diktat selbst muss manchmal händisch, manchmal aber auch am Computer geschrieben werden. Unter Zeitdruck soll dann zugleich ihre Schnelligkeit an der Tastatur getestet werden, schließlich müssen Sie später Gespräche und Verhandlungen protokollieren.

Frischen Sie deshalb schnell noch einmal Ihr Zehnfingersystem auf. Häufig wird das Diktat per Kopfhörer durchgeführt, die diktierte Zeit mal Zwei ergibt die Bearbeitungszeit. Dauert das Diktat beispielsweise eine Minute, so hat der Bewerber zwei Minuten Zeit zur Fertigstellung.

Zahlreiche Betriebe lassen die Bewerber außerdem ein fiktives Mandantengespräch am Telefon führen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, sich einen Stift und Papier bereit zu legen und die Informationen zu notieren. Lassen Sie sich gegebenenfalls den Namen des Anrufers buchstabieren.

Beispiele für Fragen und Aufgaben im Eignungstest:

In entsprechenden Internetforen tauschen sich Auszubildende als Rechtsanwaltsfachangestellte/r regelmäßig über ihre Erfahrungen mit den Einstellungstests für die Ausbildung aus. Hierbei lassen sich große Unterschiede zwischen den verschiedenen Eignungstests feststellen. Gängig sind zum Beispiel:

    Der Einstellungstest für eine Ausbildung hat meist mit Zahlen zu tun - oftmals als Rechenaufgabe

    Der Einstellungstest für eine Ausbildung hat meist mit Zahlen zu tun – oftmals als Rechenaufgabe

  • Rechenaufgaben
  • Diktate
  • freies Schreiben von Texten
  • Schreiben an der Tastatur
  • Tests von Rechtschreibung und Grammatik
  • Fragen zu politischen Themen und dem Allgemeinwissen
  • berufsspezifische Fragen

Solche allgemeinen oder auch spezifischen Fragen im Einstellungstest für Rechtsanwaltsfachangestellte lauten beispielsweise:

  • Was sind Wiedervorlagen?
  • Für welche Gesetzestexte stehen die Abkürzungen BGB, FamFG und StPO?
  • Welche Wirtschaftsordnung hat die Bundesrepublik Deutschland?
  • Wer debattiert und verabschiedet den Bundeshaushalt in Deutschland?
  • Wessen Interessen werden in der Kommunalpolitik vertreten?

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Bildnachweise:
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