Um herauszufinden, inwieweit zu Ihnen persönlich der Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten passt, können Sie – wie auch in anderen Bereichen – zuerst ein Praktikum bei einem Anwalt absolvieren. Es kann Ihnen als Orientierung dienen, um nach und zum Teil auch bereits während der Schulzeit den weiteren beruflichen Weg zu planen. Ob nun kaufmännisches Praktikum oder Schülerpraktikum in einer Anwaltskanzlei – wie können Sie ein Praktikum beim Rechtsanwalt finden?

Bewerbung um ein Praktikum beim Rechtsanwalt

Ein Praktikum beim Anwalt kann über den späteren Berufswunsch  Klarheit verschaffen.

Ein Praktikum beim Anwalt kann über den späteren Berufswunsch Klarheit verschaffen.

In der Regel können Sie sich bei zahllosen Rechtsanwälten um ein Praktikum in ihrer Kanzlei bewerben. Hierzu bedarf es meist einer schriftlichen Bewerbung mit einem Motivationsschreiben, einem Lebenslauf und dem letzten Zeugnis. Erläutern Sie prägnant und plausibel, aus welchem Grund Sie sich über ein Praktikum in der Anwaltskanzlei zum Berufsbild der Rechtsanwaltsfachangestellten informieren möchten.

Sie können sich jederzeit im Internet in den zahlreichen Praktikums- und Jobbörsen über juristische Praktika und Stellenagebote informieren. Auch über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter erhalten Sie Hilfe für die Bewerbung um ein Praktikum als Rechtsanwaltsfachangestellte finden.

Im Zweifel können Sie sich auch bei der Bundesrechtsanwaltskammer über die zugelassenen Anwälte in Ihrem Gebiet erkundigen. Hiernach können Sie sich als Praktikant bei den betreffenden Anwälten bewerben. Eine Initiativbewerbung ist bei Praktika die Regel. Oft genügt schon ein Anruf, um zu ergründen, ob ein Praktikum beim entsprechenden Anwalt überhaupt möglich ist – denn nicht alle Rechtsanwälte haben die Kapazitäten und Zeit für die Einstellung und Schulung von Praktikanten.

Schülerpraktikum in einer Rechtsanwaltskanzlei? Oftmals ist es auch möglich, bereits während der Schulzeit ein zirka vierwöchiges Schülerpraktikum bei einem Rechtsanwalt anzuvisieren. Diese Orientierungspraktika sind in der Regel unentgeltlich oder mit einer nur geringen Aufwandsentschädigung verbunden.

Sowohl kleine als auch große Kanzleien haben hinsichtlich eines Praktikums Vor- und Nachteile. In großen Bürogemeinschaften von Anwälten ist vermutlich öfter ein Ansprechpartner zu erreichen, falls Fragen auftauchen sollten. Auf der anderen Seite sind die Aufgaben in kleineren Rechtsanwaltskanzleien in der Regel umfangreicher und Sie erhaschen wesentlich leichter einen Einblick in sämtliche Arbeitsbereiche.

Praktikum als Rechtsfachangestellte: Erkunden des Berufbildes

Haben Sie ein Praktikum in einer Anwaltkanzlei gefunden, können Sie in den meisten Fällen einen tieferen Blick in die Arbeit der Rechtsanwälte und den Wert der Rechtsfachangestellten in den Kanzleien erhaschen. Welche Aufgaben muss eine Rechtsanwaltsfachangestellte erfüllen? Wie kann sie den Anwalt unterstützen? Was sind die Lerninhalte der Ausbildung?

Neben der allgemeinen Verwaltungsarbeit im Büro handelt es sich zum Teil auch um ein kaufmännisches Praktikum beim Anwalt. Zahlreiche Aufgaben der Rechtsanwaltsfachangestellten zählen nämlich neben der reinen Verwaltung der Akten auch Tätigkeiten im Bereich des Rechnungswesens.

Praktikum beim Anwalt – diese Aufgaben können Sie als Praktikant erwarten:

  • Postein- und -ausgang verwalten
  • Aktenpflege
  • Aktenerstellung bei neuen Mandaten
  • Abtippen von Phonodiktaten
  • Einblicke in das Rechnungswesen
  • Annahme von Telefonaten
  • Einblick in die verschiedenen Rechtsgebiete
  • Empfang von Mandanten
  • Datenpflege, z. B. Mandantenkartei
  • Terminierung
  • gegebenenfalls Begleitung des Rechtsanwalts zu Gerichtsterminen
  • ggf. auch ersten Kontakt mit notariellen Aufgaben, um die Erweiterung der Ausbildung auf die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte vorzustellen.

Praktikum beim Anwalt: Die Dauer von einem Schülerpraktikum liegt in der Regel bei vier Wochen. Bei einem beruflichen Orientierungspraktikum beim Anwalt können auch drei- bis sechsmonatige Praktika möglich sein. Diese sind dann häufig auch mit einer Vergütung verbunden. Sie können gegebenenfalls auch im Rahmen einer Ausbildungsförderung das Praktikum finanzieren.

Praktikumsbericht

Bei einem Schülerpraktikum – und unter Umständen auch bei einem beruflichem Praktikum – bei einem Anwalt kann die Erstellung einer Praktikumsmappe erforderlich sein. In der Regel ist der Bericht über das Praktikum beim Anwalt in unterschiedliche Abschnitte unterteilt.

Berufsbild Rechtsanwaltsfachangestellte: Über ein Praktikum können Sie erste Erfahrungen sammeln.

Berufsbild Rechtsanwaltsfachangestellte: Über ein Praktikum können Sie erste Erfahrungen sammeln.

Neben einem detaillierten Tagesbericht – in der Regel für die erste Woche – , in dem für jeden Tag eingetragen wird, welche Aufgaben Sie erfüllten, was Sie machten, kommen auch Wochenberichte und ein Abschlussbericht hinzu. Gegebenenfalls ist auch eine Auflistung der Tätigkeiten sinnvoll, die Sie während dem Praktikum beim Anwalt genau ausführten.

Zum Abschluss ist auch die persönliche Einschätzung von Wichtigkeit: Gefällt Ihnen der Beruf? Trauen Sie sich derlei Aufgabenbereiche zu? Können Sie sich den beruflichen Alltag als Rechtsanwaltsfachangestellte vorstellen?

Praktikum beim Anwalt: Das Zeugnis

Unerheblich, unter welchen Umständen Sie ein Praktikum in einer Rechtsanwaltskanzlei absolvierten: Lassen Sie sich in jedem Falle ein Praktikumszeugnis ausstellen. In dem Zeugnis sollten vor allem die Aufgabengebiete aufgelistet werden und auch eine persönliche Einschätzung zu der Befähigung des Praktikants enthalten sein.

Mithilfe des Zeugnisses können Sie später nachweisen, dass Sie bereits erste Vorerfahrungen bei einem Anwalt aus einem Praktikum besitzen. Haben Sie sich für eine Berufsausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten entschlossen, sind erste berufliche Vorkenntnisse im Berwerbungsverfahren stets von Vorteil.

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