Eine betriebswirtschaftliche Zusatzausbildung kann nach zahlreichen kaufmännischen Berufsausbildungen angehängt werden: in der Textilbranche, im Finanz- und Sozialwesen oder eben im rechtlichen Bereich. Auch als Rechtsanwaltsfachangestellte können Sie sich für diesen weiterführenden schulischen Bildungsweg entscheiden. Doch was genau beinhaltet die Ausbildung zum Betriebswirt? Welche Anforderungen müssen Bewerber für die Weiterbildung erfüllen? Welche Chancen haben Sie mit dieser Zusatzausbildung auf dem Arbeitsmarkt?

Als staatlich geprüfter Betriebswirt stehen Sie der Geschäftsführung in Unternehmen beratend zur Seite.

Als staatlich geprüfter Betriebswirt stehen Sie der Geschäftsführung in Unternehmen beratend zur Seite.

Der Abschluss „staatlich geprüfter Betriebswirt/staatlich geprüfte Betriebswirtin“

Bei der Weiterbildung mit dem Abschluss „Staatlich geprüfter Betriebswirt/staatlich geprüfte Betriebswirtin“ handelt es sich um eine schulische Ausbildung, die an zahlreichen Fachschulen angeboten wird.

Die Dauer der Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt liegt bei zwei Jahren. Müssen bzw. wollen Sie während der Ausbildung weiterhin beruflich tätig sein, etwa um die Finanzierung der zusätzlichen Berufsausbildung zu gewährleisten, ist die kaufmännische Weiterbildung auch in Teilzeit möglich. Letzteres kann vor allem über ein Fernstudium, Wochenend- oder Abendkurse erfolgen.

Abendschule oder Fernstudium: Betriebswirt werden neben dem Beruf? Die Weiterbildung „Staatlich geprüfter Betriebswirt“ können Sie auch als berufsbegleitendes Fernstudium absolvieren.

Was macht ein staatlich geprüfter Betriebswirt? Aufgaben und Einsatzgebiete

Was ist ein Betriebswirt? Als staatlich anerkannter Betriebswirt im Bereich Recht unterstützen Sie die Geschäftsleitung von Unternehmen durch betriebswirtschaftliche und rechtliche Beratung und Unterstützung. Die Wahl des Unternehmens ist dabei recht frei gestaltbar, da Ihre Position in jedem Wirtschaftszweig von Bedeutung und nicht nur an einzelne Bereiche gebunden ist. Auch die Anstellung in der öffentlichen Verwaltung ist möglich.

Die Aufgaben von einem Betriebswirt im Überblick:

  • rechtliche und betriebswirtschaftliche Beratung: Erläuterung relevanter Rechtsvorschriften, Erstellung von Berichten und Analysen das jeweilige Unternehmen betreffend, Entwurf von Verträgen, AGB und Betriebsbestimmungen
  • Führungsaufgaben: Prüfung von Investitionen, Analyse von Aufträgen in Bezug auf deren Wirtschaftlichkeit, Analyse von möglichen Schwachstellen und Entwicklung von Lösungswegen, Erstellung von Marktanalysen, Koordination und Kontrolle der betrieblichen Marktaktivität
  • Administration und Planung: Mitarbeiterführung, Bewerbungsverfahren, Kontrolle der betrieblichen Leistungsfähigkeit, Buchführung, Jahresberichte

Staatlich geprüfter Betriebswirt – das Gehalt:
Das Gehalt von einem Betriebswirt – staatlich geprüft oder nicht – kann stark variieren und ist abhängig von dem Unternehmen, in dem er angestellt ist. In der Regel liegt das durchschnittliche monatliche Bruttogehalt in der Wirtschaft zwischen 2.600 und 3.800 Euro.

Staatlich geprüfter Betriebswirt – die Ausbildungsinhalte

Grundlegende Lerninhalte, die Sie in der Weiterbildung an einer Fachschule erlernen, bewegen sich im Gros im Bereich der Betriebswirtschaftlehre. Hierzu zählen auch Fächer wie

  • Wirtschaftsinformatik: Bei der Wirtschaftsinformatik handelt es sich um einen Bereich der angewandten Informatik. Hier können Sie lernen, wie auf Unternehmen abgestimmte Informations- und Kommunikationssysteme entwickelt und angewendet werden.
  • Wirtschaftsmathematik: Die mathematischen Fragestellungen sind hier ganz auf den wirtschaftlichen Bereich ausgerichtet. Ökonomische Vorgänge sollen durch mathematische Strukturen veranschaulicht und analysiert werden. In diesen Bereich zählen insbesondere die Mikro- und Makroökonomie und die Ökonometrie.
  • Personalwirtschaft: Lehrinhalt sind hier sämtlich administrative und organisatorische Fragen rund um das Personalmanagement.
  • Steuer- und Rechnungswesen: Das Rechnungswesen befasst sich im allgemeinen mit den den Einnahmen und Ausgaben eines Unternehmens, der Auflistung und Organisation. Steuerrechtlichtliche Grundlagen sind für Buchhaltungs- und Personalmanagement von Bedeutung.
  • Volkswirtschaftslehre: In diesem Bereich lernen Sie, welche Bedingungen und Zusammenhänge es bei der Produktion und Verteilung von Gütern gibt. Menschliche Handlungen werden dabei unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet.

Diese Bereiche sind allen Weiterbildungsformen des Betriebswirts eigen. Darüber hinaus können auch noch allgemeine Fächer, wie Englisch, Mathematik, Deutsch und Sozialkunde auf dem Lehrplan stehen.

Betriebswirt an der Fachschule: Die Weiterbildung bieten zahlreiche Institutionen an.

Betriebswirt an der Fachschule: Die Weiterbildung bieten zahlreiche Institutionen an.

Neben den oben genannten Fachbereich finden sich in der Weiterbildung zum Betriebswirt jedoch auch noch Sonderbereiche, die sich je nach angestrebtem Abschluss auf die Spezialisierung des Auszubildenden stützen. Im hiesigen Falle handelt es sich dabei um Grundlagenstudien zu den Rechtssystemen und den einzelnen Rechtsgebieten.

Während das Arbeitsrecht bereits als Teil der Personalwirtschaft Anklang finden sollte, beschäftigen sich die angehenden Betriebswirte für Recht auch mit dem Handels- und Gesellschaftsrecht, dem Vertragsrecht, dem bürgerlichen Recht und weiteren Gesetzen und Ordnungen. Diese Kenntnisse sollen die Auszubildenden im Nachgang dazu befähigen, in der Wirtschaft rechtsberatend der Geschäftsführung in ihrem späteren Unternehmen zur Seite zu stehen.

Haben Sie schon eine Ausbildung zur/zum Rechtsanwaltsfachangestellten abgeschlossen, kommen Ihnen Ihre wirtschaftliche und rechtlichen Vorkenntnisse bei der Weiterbildung zugute.

Mögliche Ausbildungsanbieter sind:

  • Berufakademien
  • Wirtschaftsakademien
  • Verwaltungsakademien
  • Fachhochschulen und Universitäten
  • duale Hochschulen

Staatlich geprüfter Betriebswirt – Fernstudium oder Präsenz-Studium?

Die zweijährige schulische Weiterbildung zum Betriebswirt besteht aus dem Grundstudium und Hauptstudium (jeweils zwei Semester). Bei einer Ausbildung in Teilzeit verändern sich die Zeiträume.

Im Grundstudium erhalten alle angehenden Betriebswirte eine grundlegende Ausbildung in den betriebswirtschaftlichen Bereich. Das Hauptstudium dient im Anschluss einer entsprechenden Spezialisierung auf den jeweiligen Schwerpunktbereich. Mögliche Schwerpunkte sind:

  • Controlling
  • Betriebswirtschaft
  • Finanzwesen
  • Hauswirtschaft
  • Hotel- und Gastgewerbe
  • Rechtswesen
  • Textilgewerbe
  • Touristik
  • Verkehrswesen
  • u.v.m.

Auch als Rechtsanwaltsfachangestellte sind Sie bei der Fortbildung nicht zwangsläufig auf den Bereich Recht festgelegt. Es steht Ihnen durchaus frei, die Wahl Ihres Spezialgebietes an Interessen und Fähigkeiten anzupassen. Für Rechtsanwaltsfachangestellte bietet sich jedoch aufgrund der umfangreichen Vorkenntnisse eine Spezialisierung auf das Rechtswesen an.

In dem Studium müssen Sie – je nach den Kursen – Referate halten, Hausarbeiten oder Abschlussklausuren schreiben, für die Sie entsprechende Leistungsnachweise sammeln. Haben Sie alle notwendigen Nachweise erbracht, können Sie zur Prüfung zugelassen werden. Die zu erbringenden Leistungen können Sie den Studien- und Prüfungsordnungen der von Ihnen gewählten Institution entnehmen.

Am Ende einer jeden Weiterbildung steht die Abschlussprüfung. Beim Fortbildungsstudium zum Betriebswirt ist der Abschluss an das erfolgreiche Bestehen zweier Prüfungsbestandteile geknüpft. Zum einen müssen die angehenden Betriebswirte eine umfassende schriftliche Prüfung absolvieren. Die Prüfungsthemen sind dabei von staatlicher Seite geprüft und zugelassen. Nur so können Sie auch den Abschluss „staatlich geprüfter Betriebswirt“ erhalten.

Neben der schriftlichen Prüfung müssen Sie jedoch auch eine Projektarbeit erstellen und diese in einem PrüfungsgesprächKolloquium – vorstellen und verteidigen. Die Anforderung an die Gestaltung des Projektes kann unterschiedlich sein, doch sind den Prüflingen oftmals viele Freiheiten gegeben. Neben dem Verfassen einer umfangreicheren schriftlichen wissenschaftlichen Diskussion können die Erstellung eines Plakats oder einer anderweitigen Präsentation mit Hilfe moderner Medien angedacht sein. Das Projekt selbst sollte sich auf den gewählten Schwerpunktbereich beziehen.

Haben Sie die Prüfung und das Kolloquium erfolgreich bestanden, erhalten Sie das Prüfungszeugnis und ein Diplom, das Sie als staatlich geprüften Betriebswirt bzw. als staatlich geprüfte Betriebswirtin auszeichnet.

Abhängig vom jeweiligen Bundesland kann die Abschlussprüfung neben schriftlichem Teil und Projektarbeit auch zusätzliche mündliche und praktische Prüfungen umfassen.

Staatlich geprüfter Betriebswirt – Voraussetzungen für die Fortbildung

In der Regel ist für die kaufmännische Fortbildung zum Betriebswirt Voraussetzung, dass Sie bereits einen einschlägigen Ausbildungsabschluss besitzen. Der Betriebswirt im Bereich Recht ist dadurch besonders auch für Rechtsanwaltsfachangestellte zu empfehlen, da sie bereits erste kaufmännische, betriebswirtschaftliche und rechtliche Vorerfahrungen besitzen.

Neben den fachlichen Voraussetzungen für die Betriebswirt-Weiterbildung kann je nach Einrichtung auch bereits eine mindestens einjährige Berufserfahrung verlangt werden. In manchen Fällen besteht jedoch die Möglichkeit, dies im Rahmen eines ausbildungsbegleitenden Praktikums zu bewerkstelligen.

Wie in jedem anderen Bereich kann für die Weiterbildung auch das letzte Abschlusszeugnis, Abitur- oder Realschulzeugnis für das Auswahlverfahren herangezogen werden. Besonders von Bedeutung sind dabei die Noten in den Fächern Mathematik, Deutsch und ggf. Englisch.

Die Ausbildung zum Betriebswirt ist auch ohne Abitur möglich.

Der Betriebswirt übernimmt in der Regel eine leitende Position in großen und kleineren Unternehmen und steht insbesondere für rechtliche Beratungen zur Verfügung. Doch auch das Personalmanagment kann der staatlich geprüfte Betriebswirt übernehmen. Hierfür bedarf es einigen Führungs- und Kommunikationsgeschicks. Größter Vorteil ist jedoch die umfangreiche Wahl an möglichen Einsatzgebieten in der freien Wirtschaft.

Ein staatlich geprüfter Betriebswirt kann sich oftmals frei entscheiden, in welcher Branche er am Ende tatsächlich tätig werden möchte.

Staatlich geprüfter Betriebswirt – die Ausbildungsfinanzierung

In den seltensten Fällen ist bei der Berufsausbildung ein duales Studium möglich. Hierzu benötigen Sie in der Regel einen Arbeitgeber, der Ihre Weiterbildung zum Betriebswirt teils oder gar ganz finanzieren würde. An diese Finanzierung sind in den meisten Fällen Bedingungen geknüpft, etwa eine Mindestdauer, die Sie auch nach dem Abschluss in dem Unternehmen angestellt bleiben müssen.

Anders als bei anderen Weiterbildungsmöglichkeiten handelt es sich, wie bereits angemerkt, im hiesigen Fall um eine schulische Ausbildung, die an die Berufsausbildung anschließen kann. Eine Ausbildungsvergütung ist daher nicht vorgesehen. Die schulische Fortbildung selbst ist an staatlichen Schulen in der Regel unentgeltlich möglich. Private Fachschulen hingegen können Semestergebühren erheben.

Voraussetzung für den Betriebswirt ist neben Belastbarkeit auch Kommunikationsgeschick.

Voraussetzung für den Betriebswirt ist neben Belastbarkeit auch Kommunikationsgeschick.

Möchten Sie die Weiterbildung berufsbegleitend in Teilzeit absolvieren, bietet sich in den meisten Fällen der Weg über ein Fernstudium oder den Besuch einer Abendschule an. Fernstudienkurse sind jedoch mit Kosten von bis zu 3.000 Euro recht teuer. Je nach zeitlichem Aufwand und benötigter Semesteranzahl kann dieser Preis auch noch weiter steigen.

Ein großer Vorteil der Weiterbildung in Teilzeit ist jedoch, dass Sie nebenher berufliche Erfahrungen sammeln können. Besonders für Rechtsanwaltsfachangestellte finden sich auf dem Arbeitsmarkt zahlreiche Teilzeitstellen. So können Sie zudem auch die Fortbildung besser finanzieren.

Für den Fall, dass Sie keine Stelle finden, können Sie sich auch um eine Ausbildungsförderung bemühen. Laut Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) können Weiterbildungen im betriebswirtschaftlichen Bereich gefördert werden.

Gegebenenfalls besteht auch die Möglichkeit, sich für ein Weiterbildungsstipendium zu bewerben – die Anforderungen, die die Stipendiaten dabei erfüllen müssen, sind allerdings recht hoch. Informationen hierzu finden Sie unter anderem bei der „Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB)„. Auch andere Stiftungen geben Stipendien aus. Erkundigen Sie sich hierzu bei den einzelnen Trägern.

Auch die Agentur für Arbeit steht Ihnen bei Fragen rund um mögliche Fortbildungen beratend zur Seite.

Für die Förderung ist es in der Regel nicht von Bedeutung, ob Sie den Betriebswirt per Fernstudium, Abendschule oder Fachschule machen.

Arbeitslosigkeit: Sind Sie bereits ausgebildete Rechtsanwaltsfachangestellte, haben jedoch derzeit noch keine Anstellung finden können, besteht die Möglichkeit, über das für Sie zuständige Jobcenter bzw. Arbeitsamt einen Bildungsgutschein für Weiterbildungen zu erhalten.

Mit dem Abschluss als staatlich geprüfter Betriebswirt für Recht können Sie weiterführend auch ein rechts- oder betriebswissenschaftliches Studium an einer Hochschule anschließen.

Bildnachweise:
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