Bei der Überlegung, ob der Beruf „Rechtsanwaltsfachangestellte oder Rechtsanwaltsfachangestellter“ für Sie der Richtige ist, spielen viele unterschiedliche Faktoren mit. Zum einen müssen Sie natürlich Interesse an dem Berufsbild an sich haben und sich den Arbeitsalltag in der Tätigkeit für die Rechtsanwaltskammer vorstellen können. Auch bezüglich Gehalt, der Arbeit in der Kanzlei mit den Mandanten und der zuverlässigen Einhaltung der Termine, gibt es zahlreiche Voraussetzungen für Rechtsanwaltsfachangestellte. Zum anderen müssen Sie erst einmal die Ausbildung meistern, sobald Sie sich für diesen Werdegang entschieden haben. Und als staatlich anerkannter Ausbildungsberuf gibt es gewisse Zulassungsvoraussetzungen, welche Sie als Bewerberin unbedingt erfüllen müssen.

Rechtsanwaltsfachangestellte: Die Ausbildungsvoraus­setzungen

  • Der empfohlene Schulabschluss für die Ausbildung „Rechtsanwaltsfachangestellte“ ist ein Realschulabschluss. Grundsätzlich ist aber nur ein mittlerer Schulabschluss zwingend notwendig.
  • Besonderes Augenmerk liegt auf den Deutsch- und Mathekenntnissen der Bewerber.
  • Das Interesse am Rechtssystem sollte unbedingt vorhanden sein. Auch gewisse Grund- und Vorkenntnisse werden von den Unternehmen gerne gesehen.
  • Die Rechtschreibung sollte einwandfrei sein und das Verfassen von Texten, Protokollen und Schriftverkehr sollte schnell, effizient und dennoch professionell erfolgen.
  • Die Rechtsanwaltsfachangestellte benötigt ein hohes Maß an Organisationstalent.
  • Aufgrund des Umgangs mit den Kunden, sollten die sozialen Kompetenzen der Bewerber ausgereift sein.

Rechtsanwaltsfachangestellte in der Ausbildung: Voraussetzungen an den Charakter

Eine Rechtsanwaltsfachgestellte muss bestimmte Voraussetzungen mitbringen

Eine Rechtsanwaltsfachgestellte muss bestimmte Voraussetzungen mitbringen

Nicht nur die formalen Zulassungsbedingungen sind ausschlaggebend dafür, ob ein Bewerber für die Berufe in einer Kanzlei geeignet ist. Hierzu gehören auch zahlreiche Voraussetzungen an den Charakter beziehungsweise die Persönlichkeit der Interessentin oder des Interessenten.

Die einzigartige Mischung aus Kontakt zu den Mandaten und klassischer, organisatorischer Büroarbeit, macht den Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten (früher: Rechtsanwaltsgehilfin) zu einem sehr anspruchsvollen, gleichzeitig aber auch interessanten Ausbildungsberuf. Zahlreiche Weiterbildungen ermöglichen eine erfolgreiche berufliche Laufbahn und auch innerhalb eines Unternehmens oder der Kanzlei stehen Ihnen verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten offen.

Jedoch ist der Beruf nicht für Sie geeignet, wenn Sie nach dem letzten Diktat in der Schule erleichtert den Stift abgelegt haben und sich dachten „Zum Glück nie wieder“. Denn das Verfassen von Schriftsätzen, sowohl eigenständig wie auch nach Diktat, sowie das Führen von Akten gehören als essentieller Bestandteil zu den Voraussetzungen für die Rechtsanwaltsfachangestellte.

Hinzu kommt ein hohes Maß an Verschwiegenheit. Sie kommen mit sensiblen persönlichen Daten in Berührung und haben Kenntnisse über Fristen und Gerichtstermine. Eine Voraussetzung ist deshalb auch, dass Sie in der Lage sind, diese Betriebsgeheimnisse für sich zu behalten.

Ein Faible für Wirtschafts- und Rechtsthemen sollte vorhanden sein, falls Sie eine Bewerbung schreiben wollen. Zudem müssen hin und wieder Buchhaltungs- oder Zinstätigkeiten ausgeführt werden. Daher sind mathematische Grundfertigkeiten unerlässlich. Schlussendlich sollte jeder Bewerberin oder jedem Bewerber klar sein, dass es sich bei dem Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten um einen Bürojob handelt. Wer die Zeit lieber unter freiem Himmel verbringt, wird hier nur schwerlich glücklich. Dafür warten aber ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Kundenorientierung auf Sie.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Wie viele andere Berufe, ist auch die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten eine staatlich anerkannte Ausbildung (kein Studium!) auf drei Jahre. Sie verläuft dual: Die Auszubildende wechselt zwischen der Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb und erlernt so theoretische wie fachliche Fertigkeiten zur gleichen Zeit. Der Abschluss dieser Ausbildung lautet dann „Rechtsanwaltsfachangestellte“. Wer die Voraussetzungen erfüllt und mit Motivation dabei ist, hat sich für einen wahrlich schönen und interessanten Beruf entschieden.

Bildnachweise:
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8 Reaktionen

  1. Ana · April 16, 2018 at 21:38:46 · →

    sehr geehrte Damen und Herren,

    Danke für Ihre Information. Ich hätte eine Frage und zwar wenn man schon Jura in der Ausland gelehrnt hat und hier LLM abgeschlosen hat, kann man als Rechtsanwaltsfachangestellte arbeiten ohne Ausbildung zu haben?

    1. Rechtsanwaltsfachangestellte.org · April 23, 2018 at 10:52:49 · →

      Hallo Ana,

      das kommt in der Regel darauf an, ob ein Arbeitgeber den Abschluss akzeptiert und für ausreichend hält. Hier sollten Sie sich eventuell auch bei der örtlichen IHK informieren und dies mit dem potentiellen Arbeitgeber abklären.

      Ihr Team von Rechtsanwaltsfachangestellte.org

  2. Tala · April 28, 2018 at 13:47:12 · →

    Hallo
    Ich hab auch eine Frage
    In welchen fächer muss mann gutt sein
    Und wie leuft es beim Ausbildung? ?

    1. Rechtsanwaltsfachangestellte.org · Mai 3, 2018 at 14:23:36 · →

      Hallo Tala,

      die Anforderungen für die Ausbildung sind im Ratgeber erläutert. Inwiefern die Schulfächer eine Rolle spielen, sollten Sie mit dem jeweiligen Ausbildungsträger abklären.

      Ihr Team von Rechtsanwaltsfachangestellte.org

  3. Judith · August 1, 2018 at 11:22:31 · →

    Hallo,

    Ich hätte ebenfalls eine Frage.

    Im Ratgeber wird erläutert,dass man in den Fächern Deutsch und Mathe gut sein sollte.

    Was wären denn so etwa die schlechteste Note mit der man noch durchkommen würde?

    Es ist nämlich mein Traumberuf, aber da wir ein eigenartiges Schulsystem besitzen bin ich mit meiner Deutschnote etwas abgerutscht.

    In Mathe hingegen wäre ich relativ gut.

    Gibt es einen Gesamtdurchschnitt den man mit seinen Noten erfüllen sollte?

    Wäre schön wenn mir das alles beantwortet werden würde.

    Grüße an das Team

    1. Rechtsanwaltsfachangestellte.org · August 13, 2018 at 10:22:33 · →

      Hallo Judith,

      das können wir nicht beurteilen, das hängt vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb ab. Akzeptiert dieser schlechtere Noten weil der Azubi dennoch in den Betrieb passen würde, kann das einen anderen Durchschnitt bedeuten als üblicherweise bevorzugt wird. Informieren Sie sich am besten bei den Firmen und auch bei den Ausbildungsträgern, welche Noten hier durchschnittlich notwendig sind bzw. bevorzugt werden.

      Ihr Team von Rechtsanwaltsfachangestellte.org

  4. doris w. · September 4, 2018 at 15:41:22 · →

    Kann eine Ausbildung als Bürokauffrau angerechnet werden?

    1. Rechtsanwaltsfachangestellte.org · September 13, 2018 at 09:03:32 · →

      Hallo Doris,

      eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung kann unter Umständen angerechnet werden. Weiter Informationen dazu enthalten Sie in unserem Ratgeber “Ausbildung verkürzen”: https://www.rechtsanwaltsfachangestellte.org/ausbildung-verkuerzen/

      Ihr Team von Rechtsanwaltsfachangestellte.org

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